Schlafmedizinische Primärversorgung in der Praxis/Ambulanz gem. Strukturmodell der DGSM zur schlafmedizinischen Versorgung/Stufe 1

Die schlafmedizinische Primärversorgung soll insbesondere die schlafmedizinische Patientenbetreuung im ambulanten Bereich ermöglichen. Sie ist daher hauptsächlich für ambulant tätige Fachärzte ausgelegt. Zusätzlich steht sie psychologischen Psychotherapeuten offen.
Voraussetzung zur Teilnahme an der schlafmedizinischen Primärversorgung im Rahmen des DGSM-Strukturmodells ist die Zertifizierung durch die DGSM. Durch die Teilnahme an einem Zertifizierungskurs können ambulant tätige Fachärzte und psychologische Psychotherapeuten das DGSM-Zertifikat Schlafmedizinische Primärversorgung erwerben. Ambulant tätige Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung Schlafmedizin oder dem Qualifikationsnachweis Somnologie der DGSM und psychologische Psychotherapeuten mit dem Qualifikationsnachweis Somnologie der DGSM benötigen das DGSM-Zertifikat nicht, um an der schlafmedizinischen Primärversorgung teilzunehmen.

Inhalte der schlafmedizinischen Primärversorgung

  • ambulante Diagnostik, Therapie, Therapiekontrolle und gegebenenfalls Weiterleitung an höhergradige Versorgungsform im Strukturmodell
  • dokumentierte interdisziplinäre Zusammenarbeit durch Kooperationen mit anderen Praxen/Ambulanzen und höhergradigen schlafmedizinischen Einrichtungen
  • Notwendige diagnostische Verfahren
    • Schlafmedizinische Anamnese
    • Standardisierte Fragebögen gemäß DGSM- Empfehlungen (Homepage)
  • Mögliche diagnostische Verfahren
    • Aktigraphie/Pulsoximetrie
    • Polygrafie
    • Hard- und Software zum Auslesen von Speicherkarten der Druckatmungstherapie

Die an der Primärversorgung teilnehmenden Ärzte / Psychotherapeuten werden als solche seitens der DGSM erfasst und auf der Homepage der DGSM publiziert, wenn sie die entsprechend zu definierenden Kriterien des DGSM-Qualitätsmanagements erfüllen.

Der Zertifizierungskurs Schlafmedizinische Primärversorgung beinhaltet folgende Themen:

Der gesunde Schlaf des Menschen:

  • Phänomenologie, Funktion und Bedeutung
  • Chronobiologie und Physiologie
  • Modelle der Schlaf-Wach Organisation
  • Altersspezifische Besonderheiten in der Schlafmedizin

Insomnie:

  • Epidemiologie und Pathogenese
  • Diagnostik und Differentialdiagnose
  • nichtmedikamentöse Therapie: KVT-I/digitales Schlaftraining
  • Pharmakotherapie

Diagnostik und Therapie des Restless-Legs Syndrom

Schlafbezogene Atmungsstörungen:

  • Epidemiologie und Pathophysiologie der Schlafapnoe
  • Stufendiagnostik
  • Konservative Therapie (PAP-Verfahren/Unterkieferprotrusionsschienen)
  • Operative Therapie (Hypoglossusstimulation/MKG-Verfahren)
  • Prädiktoren der Therapiecompliance
  • Hausärztliche Verlaufskontrollen 

Narkolepsie

Parasomnien

  • Pavor nocturnus
  • Somnambulismus
  • Albträume
  • REM-Schlaf-Verhaltensstörung

Arbeitsmedizinische Aspekte

  • Tagesschläfrigkeit
  • Fahrtüchtigkeit
  • Arbeitsfähigkeit

bei Patienten mit SBAS und Narkolepsie (u.a. nach den Kriterien der Bundesanstalt für Straßenwesen)

Schlafmedizinische Diagnostik in der Praxis:

  • Schlafmedizinische Anamnese (Fragebögen/Schlaf-Wach-Tagebuch)
  • Aktimetrie/Apps/Wearables
  • Polygraphie
  • Telemedizin

Einblick in die polysomnographische Diagnostik

Fallbeispiele für die Praxis

Lernerfolgskontrolle

Der Zertifizierungskurs wird voraussichtlich ab Herbst 2021 angeboten.